Ich wurde 1990 geboren, und schon früh musste ich erfahren, dass Verlust das Leben still und tief prägen kann. Seit 2012 bin ich Waise. Diese Erfahrungen haben Spuren hinterlassen, nicht nur in den schweren Zeiten, sondern auch in der Art, wie ich heute fühle, denke und auf das Leben schaue. Manche Dinge lassen sich lange nicht in Worte fassen. Manche Erinnerungen bleiben so nah, als würden sie leise neben einem hergehen. Und manche Fragen tragen wir mit uns, ohne dass es je eine einfache Antwort auf sie gibt. Aus genau diesem Erleben heraus ist Offene Stille entstanden.
Offene Stille ist für mich ein Ort für alles, was nach dem Verlust bleibt. Für Trauer, die sich mit der Zeit verändert, aber nie ganz verschwindet. Für Hoffnung, die manchmal ganz vorsichtig zurückkommt. Für Gedanken, die nicht vollkommen sein müssen, um echt zu sein. Hier teile ich meinen Blick auf das Leben mit all seinen Brüchen, seiner Schwere und seinem Schmerz, aber auch mit den stillen Momenten von Wärme, Erinnerung und Weitergehen. Nicht, weil ich Antworten auf alles habe, sondern weil ich glaube, dass ehrliche Worte verbinden können. Vielleicht findest du beim Lesen etwas, das dich berührt, begleitet oder einfach für einen Moment verstehen lässt, dass du mit manchen Gefühlen nicht allein bist.